was sind märchen?

Die Märchen zählen zum Kulturgut der gesamten Menschheit.
Sie begleiten uns ein Leben lang, von der Kindheit angefangen, bis hin zum späten Erwachsenenalter.
Immer wieder erinnern wir uns an ganz bestimmte Gestalten und Szenen in ganz bestimmten Märchen.
Aber warum ist das so? Und warum sind die Märchen auf der ganzen Welt verbreitet?
Warum erzählen sie immer wieder von ähnlichen Begebenheiten?
Warum üben die Märchen eine solche Faszination aus?
Ja, was sind denn Märchen überhaupt?

Dazu einmal vier kurze Erklärungsandeutungen:
1. Märchen sind eine Abfolge erzählter sogenannter archetypischer Bilder.
Das sind innere Bilder, die jeder Mensch im Innersten mit sich trägt und denen er eine ganz bestimmte Bedeutung beimißt.
Als solche kann man z.B. die Begriffe “Wald”, “König”, “Königin” oder auch “Hexe”, “Zauberin”, “Fluß”, “See” usw. einordnen. Oder aber die Begriffe “Tag” und “Nacht”.
Das Märchen selbst wird, damit der Zuhörer die Möglichkeit hat, in diese inneren Welten einzutauchen, in einer bestimmten Art und Weise erzählt.

Es beginnt in aller Regel mit: “Es war einmal vor langer, langer Zeit...”
Niemals wird eine bestimmte Anzahl von Tagen oder Dingen benannt.
Es heißt immer “viele Tage” oder “nach langer Zeit” usw.
Auch die Schönheit der Prinzessin z.B. wird niemals genau beschrieben, so daß sie sich der Zuhörer immer so vorstellen kann, wie er die schöne Prinzessin sieht.
Wird doch einmal eine Person beschrieben, so hat das einen symbolischen Wert, wie z.B. “so schwarz wie  Ebenholz, so rot wie Blut, so weiß wie...”
Im Märchen gibt es immer eine ganz  genaue Abfolge: der Held, die Heldin wird vorgestellt, er/sie trennt sich vom Bisherigen, geht in die Welt hinaus, erlebt etwas, lernt dazu, wird klüger und weiser und bringt am Ende diese Entwicklung zu einem positiven Abschluß.
Was auch das Ziel jeder Entwicklung jedes Menschen im  Ursprung ist. Das Böse, das Problem, die Schwierigkeit, der Stolperstein wird “bestraft”, in dem Sinne, daß es nun überwunden ist, als solches nicht mehr vorkommt und keinen Schaden mehr anrichten kann.

Aber natürlich gibt es auch andere Erklärungsversuche dafür was ein Märchen ist.
2. Ebenso sagt man nämlich, daß alles im Märchen Wirklichkeit ist, denn das Märchen ist uralt und somit kann man davon ausgehen, daß es sowohl Riesen ( siehe Kontinent Atlantis), als auch Zwerge gegeben haben könnte. Ebenso wie Drachen als Wesen existiert haben könnten und womöglich mehr sind als eine alte Erinnerung an die Dinosaurier.
3. Auch gibt es die Theorie, die sich an die Ideen des Schriftstellers Erich von Däniken anlehnt und von einer früheren außerirdischen Population auf der Erde spricht, als Erklärung für besonders gestaltete Wesen oder besondere Möglichkeiten der Fortbewegung.

4.Eine weitere Theorie, die sich an den Glauben der keltischen Druiden anlehnt und die mir sehr interessant  erscheint, ist folgende: Man geht  davon aus, daß das Märchen eine göttliche Lehrgeschichte darstellt.
Der Held, die Heldin besitzt nicht eine Seele, sondern  ist die Seele selbst.
Ein Funke der Schöpferkraft, welche am Ende des Märchens durch verschiedene Initiationen gegangen ist und zu einer Art Vollkommenheit, zu einem Königtum gelangt ist.
Bei den keltischen Druiden war das Märchenerzählen Bestandteil der zwanzigjährigen priesterlichen Ausbildung.
Auch glaubten sie an das, was wir heute Reinkarnation nennen.

Dies sind nur einige Theorien darüber, was das Märchen sein kann.
Ich bin sicher, daß noch viel Forschung zu diesem Thema betrieben werden wird.
Inzwischen aber lauschen wir den Märchen und lassen uns verzaubern, was immer sie für den Einzelnen auch bedeuten mögen.

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